Pimpertski Geschrieben 22. Dezember 2025 Geschrieben 22. Dezember 2025 Interessiere mich für die Moto Guzzi Daytona 1000 /Daytona RS aus den 90ern. Moto Guzzi hat ja nicht wirklich viele Supersportler gebaut. Umso größer ist bei mir der Reiz sich mal sowas zu schnappen. Ich finde das Bike mittlerweile voll geil und beäuge schon immer mal das Netz nach was Brauchbarem. Gibt halt sehr wenig. Nur fehlen mir auch die Erfahrungswerte, am besten möglichst Objektive ohne Guzzi-Brille. Alternativ das 2-Ventiler-Derivat Moto Guzzi 1110 Sport, wobei ich eigentlich eher beim 4-Ventiler wäre. Mal "non-Ducati" Frage also: Hat hier jemand einen solchen Hobel im Stall, bzw. mal besessen und kann berichten? Fahreigenschaften, Zuverlässigkeit, Ersatzteillage, etc. 1 ++
Husky Geschrieben 23. Dezember 2025 Geschrieben 23. Dezember 2025 Hallo Oliver, ich fuhr 5 Jahre die RS, allerdings mit getuntem Motor auf 1225 ccm. Hatte so ca. 133 nm. Ein tolles Moped. Verkauft habe ich sie nachher in Teilen. Ich kam mit meiner Werkstatt hier nicht so richtig in die Gänge und selber machen kann ich zu wenig. 3 ++
TermigToni Geschrieben 23. Dezember 2025 Geschrieben 23. Dezember 2025 Das Cockpit sieht fast aus wie ne alte 900SS. Hätte ich behalten die Kiste, geile Guzzi!! ++
Husky Geschrieben 24. Dezember 2025 Geschrieben 24. Dezember 2025 vor 14 Stunden schrieb TermigToni: Das Cockpit sieht fast aus wie ne alte 900SS. Hätte ich behalten die Kiste, geile Guzzi!! Ich könnte mir auch mittlerweile in den Arsch beißen. Ich hatte aber auch einen Schreckmoment,, der mir etwas Angst bereitete. Ob es nun das gewaltige Drehmoment war oder nur Verschleiß, ich weiß es nicht. Bei einer Überquerung einer Kreuzung ist mir die Bremsmomentstange gebrochen und hat mir einen Hinterradblockierer geschenkt. Ansonsten lief die RS tadellos Gruß Willi 1 ++
Guzzi-Guenni Geschrieben 9. Januar Geschrieben 9. Januar Also neuer Versuch! Ich habe 91 eine Daytona bestellt und im April 92 eine der allerersten und somit folglich auch eine ersten Daytonas in Deutschland zugelassenen Daytonas bekommen. Die Daytona habe ich heute noch, mit aktuell 216tkm auf dem Tacho. Deshalb denke ich, das ich zu den fragen, die du hast die eine oder andere Information geben kann. Ich poste das hier jetzt erst einmal und wenn es funktioniert, dann gleich mehr. MfG Günter 1 ++
Guzzi-Guenni Geschrieben 9. Januar Geschrieben 9. Januar Merkwürdig! Gerade funktioniert und dann wieder, ich schreibe einen längeren Beitrag, drücke auf Antworten und weg ist das Geschriebene?? Die 216tkm waren nicht völlig Problemlos. Verschleiß und halt auch das eine oder andere Problem. Ich führe hier nicht alles auf, nur die wesentlichen Dinge. Zylinder/ Kolben wurden bei 140tkm erneuert, dito Ventilführungen. Im linken Zylinderkopf ist der "V-förmige" Steeg zwischen den zwei Einlasskanälen zu den Ventilen gerissen. Das konnte mittels Laserschweißen dauerhaft behoben werden. Original haben die Daytonas der ersten Serie ein Geradverzahntes "Renngetriebe" verbaut. Nach zweimal Pitting des 3ten Gangrades auf der Zwischenwelle, dieses Zahnrad dient auch dem Primärtrieb von der Eingangswelle, habe ich das Getriebe teilweise auf Schrägverzahnt umgebaut. 1 / 2Gang Geradverzahnt, 3 / 4 / 5Gang (plus natürlich dem Zahnrad auf der Eingangswelle) Schrägverzahn. Nachdem die Originale Zweischeiben Kupplung, bzw. die Verzahnungen, eingelaufen waren, habe ich eine RAM Einscheibenkupplung montiert. Die Ölpumpe habe ich auf Bronzelager umgebaut, dazu aber nachher mehr. Den Original Motor musste ich jetzt gegen den Motor einer Centauro plus Getriebe austauschen. Der Motor hat hinter dem linken Zylinder, zwischen Zylinderfuß und Kurbelwellenhauptlager einen Haarriss. Irreparabel und bei der Laufleistung die Teile auf ein neues/ gebrauchtes Motorgehäuse umbauen macht auch keinen Sinn. MfG Günter 1 ++
Guzzi-Guenni Geschrieben 9. Januar Geschrieben 9. Januar Grundsätzlich ist Technik der Daytona eigentlich simpel, im Verhältnis zu dem was man bei Ducati so baut. Allerdings, der Teufel steckt bekanntlich im Detail und Grobmotoriker/ Sparfüchse werden nicht ewig Glücklich damit sein. Ich habe lange genug an meiner Daytona geschraubt, an der eines Bekannten und jetzt die Centauro, welche angeblich bei einem "Guzzi Spezi" gewartet wurde .., das ich mir jetzt erlaube auf das eine oder andere einzugehen. Zum anziehen der Zylinderkopfschrauben muss man die Kipphebel ausbauen, das scheint mancher Werkstatt zu viel Arbeit zu sein ..! Ventile einstellen geht NUR richtig, wenn die Ventile (Ein/ Auslass einer Seite) paarig Zeitgleich eingestellt = mit ZWEI Fühlerlehren gearbeitet! Das richtige Vorspannen der Zahnriemen, scheint auch so ein Thema zu sein. Gleiches gilt für das Synchronisieren der Drosselklappen. Wenn du dir eine Daytona kaufst oder ansiehst, sollte als erstes geklärt werden, wie alt die Zahnriemen sind und aus welcher "Quelle" die aktuell verbauten stammen. Entgegen der Meinung einiger Händler halten die Zahnriemen nicht ewig. Die oft benannten 5-6 Jahre halte ich für Grenzwertig, eher zu Riskant. Besonders wenn die Zahnriemen aus "dubioser" Quelle stammen. Weniger wegen der Quelle an sich, sondern eher weil man nicht weiß wie LANGE die dort ggf. schon gelegen haben. Kauft man bei den bekannten Händlern, gehe ich davon aus das man keine Uralt Zahnriemen bekommt. Mir ist einmal ein Zahnriemen gerissen, der war nicht alt, den hatte ich aber bei einem kleinen Händler gekauft. Das ganze ist ohne Schaden abgegangen. Bei der Daytona eines Bekannten, ist der Zahnriemen bei durchdrehen des Motors gerissen, als ich diesen gerade wechseln wollte. Soviel Glück hat man nicht immer. Da das wechseln der Zahnriemen ohne "optimierte" Zahnriemenabdeckung (im "V" teilen und etwas "ausarbeiten", dann kann man die Abdeckung in zwei Teilen seitlich heraus ziehen und braucht NICHT den vorderen Hilfsrahmen lösen) recht aufwendig und (in der Werkstatt) recht teuer ist, wird das gerne max. lange aufgeschoben, gerne mit der Argumentation "fahre ja nicht viel .."! Also unbedingt das alter der Zahnriemen hinterfragen!! Ein wichtiger Punkt ist die Ölpumpe. Die Wellen sind direkt im Aluminium des Ölpumpengehäuses gelagert. Das hat bei mir auch ewig super funktioniert. Die Ölpumpe der Centauro, welche ich gekauft habe sah da mit 34tkm Laufleistung schon sehr sehr bedenklich aus. So wie das Motorgehäuse von Innen aussah, würde ich vermuten, dass das Motoröl seeehr lange im Motor gewesen ist. Man fährt ja wenig ..., warum das Ölwechseln ..! Dann bilden sich aber "Ablagerungen" Verkokungen etc. weil dann vielleicht auch noch Kurzstrecke.., und diese Partikel werden angesaugt und dann zusammen mit dem Öl welches über Lagerstellen der Wellen abströmt, in die Lagerstellen gedrückt und führen dann zu Schäden. Der Ölpumpe sollte man unbedingt Beachtung schenken, den Öldruck messen, bei heißem Motor darf keinesfalls die Öldruckkontrolleuchte im Leerlauf leuchten! Geht die Warnleuchte an, unbedingt nach der Ursache suchen (kann auch an einem defekten Öldruckregelventil liegen) aber das ist nicht ohne Risiko. Auch weil die Daytonas der ersten Serie vom werk aus KEINEN Ölkühler hatten und was das für einen Luftgekühlten Motor bedeutet muss ich nicht erklären. Ich habe damals sehr früh einen Ölkühler in die Ölversorgung der Zylinderköpfe geschaltet. Ich habe jetzt eine Ölpumpe der Firma DÄS Mototec eingebaut. MfG Günter 1 ++
Guzzi-Guenni Geschrieben 9. Januar Geschrieben 9. Januar Zuverlässig war sie eigentlich immer. Ersatzteilversorgung, kommt darauf an was? Reine Inspektionsteile Dichtungen, Wellendichtringe kein Thema, da entweder Standard Größen die im guten Industrie Fachhandel verfügbar sind, aus dem Baukasten stammen und bei den V2 Motoren/ Modellen verbaut wurden. Kritisch sind Motorenteile die nur beim V4 Motor verbaut wurden. Da wird zwar immer mal wieder das eine oder andere Angeboten aber halt nur Sporadisch und nie wenn man es braucht oder das was man gerade bräuchte ..! Vergleichbar vermutlich der Situation bei den Ducati Königswellen Motoren ..! Getriebe ist weniger Problematisch, das Gehäuse ist etwas angepasst worden, entspricht aber den Gehäusen der großen Motoren aus dem Bauzeitraum oder später, bis zu den 6Gang Getrieben. Zum fahren, da scheiden sich die Geister. Zuerst muss man das Fahrwerk im Rahmen der Möglichkeiten auf die Persönlichen Bedürfnisse/ Vorlieben abstimmen. Das fängt damit an, hinten den richtigen Negativ Federweg einzustellen. Dann gute Reifen, ich fahre seid Jahrenzehnten Bridgestone Reifen die eher Sportlich ausgelegt sind. Mein Motto: Der ganze Reifen ist bezahlt, folglich muss er auch, wenigstens hinten, gänzlich genutzt werden! 🙂 Das Daytona Fahrwerk ist durchaus hart, aber Grundehrlich und Präzise. Man muss aber damit umgehen können. Das Fahrwerk ist, wie soll ich das jetzt beschreiben? Ich sage einmal etwas "nervös". Im Sinne von, die fährt sehr schnell dahin, wo man aus welchem Grund auch immer gerade hinschaut. Das ermöglicht einem einerseits, noch bei ordentlicher Schräglage die Linie zu verändern, einen bestimmten Punkt "anzufahren" = das Schlagloch im Scheitelpunkt zu umfahren .. aber durch die Gegend träumen, mit Gehirn auf Standby geht nicht. Ich habe noch eine BMW R1200S und dagegen hat die Daytona eindeutig, das präziserer Fahrwerk. Böse Formuliert, Italisches Skalpell gegen Bayrisches Brotzeit Messer ..! 🙂 Gewöhnungsbedürftig ist auch der "bissig" am Gashängende Einspritzmotor. Heute "flacht" man die Gasannahme aus dem Schiebebetrieb in den Lastbetrieb etwas ab, das macht die Daytona nicht. In Kombination mit der größeren "Luft" zwischen den Schaltklauen des Renngetriebes, sowie des fehlenden Ruckdämpfers im Hinterrad, gewöhnungsbedürftig. MfG Günter 1 ++
Guzzi-Guenni Geschrieben 9. Januar Geschrieben 9. Januar Fazit: Es gilt folglich eine Daytona zu finden, die nicht verwahrlost ist, regelmäßig von Kundiger Hand gepflegt wurde. Und dann hilft nur anschauen, die ganz wichtigen Punkte Zahnriemen, Ölpumpe betrachten, Probefahren. Ein Punkt auf den du unbedingt achten solltest, ab Daytona RS wurde der Motor/ das Getriebe lackiert. Diese Lackierung ist anfällig. Nach Beschädigungen oder altersbedingter Rissbildung wird der Lack gerne von Wasser unterwandert. Das Alu blüht auf, die folgen sind klar. Wenn, erste Beschädigungen zu sehen sind, gehe davon aus, das nach einer Wäsche mittels Hochdruckreiniger diese Stelle und noch viele mehr, großflächig den Lack verlieren. Und da das Aluminium darunter Oxydiert ist, sieht das eher sch..ße aus. Fahrzeuge die im Winter bei Salz betrieben wurden, dürften noch schlimmer sein. Bei weiteren fragen, einfach melden! MfG Günter 1 ++
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