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Ventile einstellen bei 24K Ducati 1198


Skrillex1327

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Geschrieben

Hier wollte ich mal ein ausführliches Update zu meinem aktuellen Projekt einstellen, das ganze versuche ich mit Bildern schön zu veranschaulichen und zu dokumentieren. 
Aktuelles Projekt ist es, dass Ventilspiel bei meiner 1198 zu überprüfen und einzustellen, zudem müssen die Zahnriemen neu gemacht werden.

Das bedeutet erstmal alles auseinander bauen, um an den Motor zu kommen. 
‼️Mein Tipp, baut den Wasserkühler ab, ich habe ihn gerade nur ausgehangen und an der Seite mit Kabelbindern fest gemacht aber der ist beim liegenden Zylinder leider immer im Weg. ‼️

Ich habe erstmal angefangen meinen liegenden Zylinder auf DOT zu stellen und habe dann folgende Werte beim Ventilspiel gemessen: (Mit vorne meine ich die Ventile, die auf der rechten Seite sind, wenn man in Fahrtrichtung steht bzw. die die näher am Zahnriemen sind.)

Einlass: 

Öffner-spiel vorne:         0,10mm                      -> mit 3,00mm Shim 
Schließer-spiel vorne:    0,08mm                     -> mit  3,35mm Shim 

 

Öffner-spiel hinten:         0,14mm                     -> mit 3,15mm Shim 

Schließer-spiel hinten:    0,08mm                     -> mit 3,35mm Shim

 

 

Auslass: 

Öffner-spiel vorne:         0,12mm                      -> mit 3,10mm Shim 
Schließer-spiel vorne:    0,12mm                     -> mit  3,40mm Shim 

 

Öffner-spiel hinten:         0,12mm                     -> mit 3,15mm Shim 

Schließer-spiel hinten:    0,16mm                     -> mit 3,40mm Shim

Das Spiel bei Montage sieht folgende Toleranzen vor: (Diese Toleranzen strebe ich auch wieder an) Hinter den Montage Toleranzen habe ich mal die Kontrollwerte gegenüber gestellt.
Einlass Öffner:        0,13mm - 0,18mm                   -> 0,10mm - 0,25mm 

Einlass Schließer:   0,05mm - 0,10mm                   -> 0,05mm - 0,25mm

Auslass Öffner:       0,13mm - 0,18mm                   -> 0,10mm - 0,25mm

Auslass Schließer:  0,05mm - 0,10mm                  -> 0,05mm - 0,25mm

 

Die Formeln zur Berechnung der neuen benötigten Shims schreibe ich auch mal hier rein. 

Formel bei zu großem Ventilspiel: 

gemessenes Maß Shim + ( gemessenes Spiel - Toleranz Min) = neue Shim-Größe 

gemessenes Maß Shim + ( gemessenes Spiel - Toleranz Max) = neue Shim-Größe 

 

Formel bei zu kleinem Ventilspiel: 

gemessenes Maß Shim - ( gemessenes Spiel - Toleranz Min) = neue Shim-Größe 

gemessenes Maß Shim - ( gemessenes Spiel - Toleranz Max) = neue Shim-Größe 

Ich werde heute nach der Arbeit mal losgehen und mir die für meine Werte entsprechenden Shims besorgen. Die neue Halbringe liegen schon zuhause und werden erstmal verbaut mit den alten Shims, um zu schauen, wie diese das Ventilspiel beeinflussen. 

Ich werde euch hier weiter auf dem Laufenden halten, wenn es weitergeht bzw. wenn ein neues Thema mit meiner Bella ansteht. 

Zahnriemen_stehend.jpg

Zahnriemen_liegend.jpg

stehender_zylinder_2.jpg

stehender_zylinder.jpg

++


Geschrieben (bearbeitet)

@Skrillex1327:

Hey ich 👍 das wenn jemand sowas so penibel macht.

Mein Tipp dazu: kauf Dir gleich MBP-Halbringe die Serienteile sind auf die Dauer blöd weil die sich immer recht stark setzen und man dann nach wenigen Kilometern schon wieder deutlich mehr Spiel hat. Beim Einbauen brauchst Du den Ring nur andersherum einsetzen schon hast Du ein ganz anderes Spiel... Außerdem brechen die auch gerne mal.

Die MBP-Dinger lassen sich auch besser ein- und ausbauen finde ich. Viel Geld für so kleine Teile aber dennoch wie ich finde eine sinnvolle Investition.

Und decke die Ansaugkanäle ab. Wenn da was reinfällt bekommst Du es möglicherweise gar nicht mit oder nur mit viel Glück wieder raus ohne den Kopf abzuschrauben.

Kai

Bearbeitet von lunschi
++


Geschrieben
vor 56 Minuten schrieb lunschi:

@Skrillex1327:

Hey ich 👍 das wenn jemand sowas so penibel macht.

Mein Tipp dazu: kauf Dir gleich MBP-Halbringe die Serienteile sind auf die Dauer blöd weil die sich immer recht stark setzen und man dann nach wenigen Kilometern schon wieder deutlich mehr Spiel hat. Beim Einbauen brauchst Du den Ring nur andersherum einsetzen schon hast Du ein ganz anderes Spiel... Außerdem brechen die auch gerne mal.

Die MBP-Dinger lassen sich auch besser ein- und ausbauen finde ich. Viel Geld für so kleine Teile aber dennoch wie ich finde eine sinnvolle Investition.

Und decke die Ansaugkanäle ab. Wenn da was reinfällt bekommst Du es möglicherweise gar nicht mit oder nur mit viel Glück wieder raus ohne den Kopf abzuschrauben.

Kai

Von den besagten MBP-Halbringen habe ich schon gehört. Leider aber zu spät, hatte schon die neuen zu lange liegen und konnte sie nicht mehr zurückschicken. Aber beim nächsten Mal werde die eingebaut. 
 

Habe mir heute diverse Shims bei Stein Dinse besorgt, mit denen ich dann das gewünschte Maß erreiche. 
 

Werde mich vermutlich Samstag mal hinsetzten und alles dokumentieren, wenn ich am basteln bin. 
Erstmal steht der liegende Zylinder an, da fällt nicht so schnell was rein, wie in den stehenden. Aber der wird echt eine Aufgabe. 
 

Ich berichte Samstag Abend oder Sonntag!

++


Geschrieben (bearbeitet)
vor 23 Stunden schrieb lunschi:

@Skrillex1327:

Hey ich 👍 das wenn jemand sowas so penibel macht.

Mein Tipp dazu: kauf Dir gleich MBP-Halbringe die Serienteile sind auf die Dauer blöd weil die sich immer recht stark setzen und man dann nach wenigen Kilometern schon wieder deutlich mehr Spiel hat. Beim Einbauen brauchst Du den Ring nur andersherum einsetzen schon hast Du ein ganz anderes Spiel... Außerdem brechen die auch gerne mal.

Die MBP-Dinger lassen sich auch besser ein- und ausbauen finde ich. Viel Geld für so kleine Teile aber dennoch wie ich finde eine sinnvolle Investition.

Und decke die Ansaugkanäle ab. Wenn da was reinfällt bekommst Du es möglicherweise gar nicht mit oder nur mit viel Glück wieder raus ohne den Kopf abzuschrauben.

Kai

Hast du vielleicht einen Tipp, wie man die am besten abdeckt? Also die Kanäle? 

Bearbeitet von Skrillex1327
++


Geschrieben

Hallo an die alten Füchse....

ich stelle ja nun auch zum ersten mal das Ventilspiel selber ein.

Wäre ja nicht schlecht, die Profis plaudern mal ein bisschen aus dem Nähkästchen .

Wie halte ihr die Schließerkipphebel weg, gibts da ein Werkzeug , ich hab eine Schraubenzieher reingesteckt, pfusch.

Ich finde diese Halbringe echt fummelig, man was eine schei... winzig für so dicke Finger, möcht nicht wissen wie viele da schon im Ölsumpf verschwunden sind. Ich hab sie in Fett getaucht damit sie en bisschen am Schaft halte , blöde Idee ????

Grüßle Jürgen

 

++




Geschrieben

Zum Ausmessen verwende ich eine Mikrometerschraube mit digitaler Anzeige - der mega-Aufwand und dann ein Messschieber? Der Messchieber hat schon eine gute Genauigkeit, aber der Anpressdruck wird durch Handgefühl gestaltet. Meine M-Schraube nutzt eine Rutschkupplung, vergleichbar mit einem Drehmomentschlüssel. Da ist der konstante Messdruck gewährleistet. Die M-Schraube kostet auch fast nix - zumindest im Vergleich zu den ganzen Vorrichtungen.

Bei den M-Schrauben auf den Durchmesser der Messflächen achten - dann passt er auch innen in das Hüttchen hinein. Dieses Nullen mit einem Zwischenstück wäre der zweite Kritikpunkt.

Klingt jetzt evtl. etwas pingelig aber da gibt es schon genug Dinge, die nicht hundertprozentig ausgeführt werden können. Da braucht es sowas nicht.

++


Geschrieben

Heute leider nicht fertig geworden, denn die Einlass-Nockenwelle ist schwergängiger als die vom Auslass… ist das normal? Und zudem hat man beim durchdrehen kurz bevor das Ventil runtergedrückt wird einen eher ruckelnden Anschlag. Beim Auslass ist dies nicht der Fall. 
 

Werde sie morgen nochmal auseinander nehmen und komplett und gründlich reinigen. 
 

Meine Auslass-Nockenwelle sieht zudem wie folgt aus, was mich sehr verunsichert hat… ist das normal ??

7EFB7608-4DAD-4C84-B2C6-31716CC21559.jpeg

++


Geschrieben

Das Eingekreiste schaut produktionsbedingt aus. Keine Zierde aber so bauen die heute. Evtl. macht es Sinn von den Tragbild der Nocken ein paar weitere Bilder einzustellen, evtl. auch von den Schlepphebeln.

++


Geschrieben

Die Nocken selber schauen ja gut aus. Meine Vermutung ist, dass das vom wuchten kommt? Sowas ähnliches habe ich mal an einer Krubelwelle gesehen. Sieht ja nicht danach aus als das da was abgesprengt ist sondern das das eher gewollt ist (reingefräst?!).

++


Geschrieben (bearbeitet)

Hier wäre noch mal ein Video - mal ohne die ganzen Bestellnummern. Es passt auch mehr zu meinen Werkstatt-Voraussetzungen (bis auf den Wohnwagen): 

 

Er hier fängt mit einer gründlichen Reinigung an - kann ich nur empfehlen. Wenn da nur nicht die BMW im Hintergrund wäre 😉 

 

Bearbeitet von steves duc
++


Geschrieben

@steves duc danke für das erste Video, kannte ich noch nicht vor allem das Werkzeug für die Schließerfeder.

Die Öffnergeschichte ist ja noch ganz okay aber wenn man noch nie mit den Schließerhülsen und Halbringen gearbeitet hat, ist es fummelig, und nicht ohne spezielles Messwerkzeug zu machen.

Aber Ich hab nun hinbekommen ( >Super Stolz ) und der Motor läuft wieder.

 

++


Geschrieben

...um die Schließer unten zu halten benutze ich einfach ein Stück Rundholz (ich glaub Durchmesser 12 mm, Buchenholz oder so) damit macht man nichts kaputt und wenn man das zwischen die beiden Kipphebel klemmt geht es eigentlich ganz gut.

Die zwei Ölkanäle am stehenden Zylinder verschließe ich mit passenden Plastistopfen bevor ich mit den Schließern anfange damit keine Halbringe unten reinfallen können.

Kai

++


Geschrieben

Heute mal mein Update. 
Samstag hatte ich den liegenden Zylinder gemacht und hatte das Problem, dass der Schließer-Shim zusammen mit den zwei Halbringen nicht richtig eingerastet ist und ich die Nocke deswegen nicht richtig einsetzten konnte. Um darauf zu kommen hat mich aber auch etwas Zeit und Nerven gekostet. Als ich den Fehler dann gefunden hatte, waren auch beide Nocken von Hand leicht drehbar, bis zu dem Punkt, wo das Ventil geöffnet wird (logisch). 
Gestern, hatte ich mir dann den stehenden Zylinder vorgenommen, hier war alles deutlich einfacher mit den Halbringen, zumindest war das mein Empfinden. 
Zum Arretieren der Schließer habe ich einen Plastik Spachtel genommen, solche die man auch zum ausbauen von Lüftungsdüsen etc. verwendet. 
Hier mal der Link: Auto Demontage Werkzeuge, Phyles 14 Stück Auto Zierleistenkeile-Set Automotive Reparatur Werkzeug Universal für Entfernung Autotür Türverkleidung und Platten, Rot : Amazon.de: Auto & Motorrad

Mit dem Spachtel macht man nichts kaputt, weil ich ungern mit Metall dort rumdoktorn wollte. Habe auch für die Halbringe zum entfernen einen Stabmangneten genutzt, kann ich nur empfehlen. 
Um die Löcher abzudichten habe ich einfach beim liegenden, sowie beim stehenden Zylinder etwas Klebeband genommen und es so hingelegt, dass das loch nur verdeckt war. Das wenn mir ein Halbring runterfällt, er nicht ins Loch fallen kann. Selbiges habe ich mit dem Schacht für die Zündkerze gemacht. 

Viele Bilder habe ich nicht mehr gemacht, aber mir ist aufgefallen, dass mein stehender Zylinder etwas mehr aus den Toleranzen ist als der liegende, ist das normal? 

Habe beide Zylinder so eingestellt, dass die Einlassventile am oberen Ende des Toleranzfensters sind und die Auslassventile am unteren Ende. 

Zudem habe ich den Motor auf die Montagetoleranzen eingestellt, sprich 0,05mm - 0,10mm Spiel bei dem Schließer für Einlass und Auslass. 
Bedeutet ich habe versucht die Einlassventile auf 0,10 zu stellen, war zwar viel Arbeit, weil ich ja immer wieder nachmessen musste aber wenn ich es schon mache, dann vernünftig. 

Im Anschluss an den oberen Zylinder wurde der Motor wieder auf OT-Liegender Zylinder gestellt und die Zahnriemen wurden aufgezogen. 
Erst hatte es mich verwundert, dass ich die Einlass-Nockenwelle am stehenden Zylinder nicht per Hand auf die OT-Stellung stellen konnte, aber der ist ja in dem Moment am ansaugen, also logisch. Habe die Arretierungswerkzeuge von Kämna gehabt und die waren da echt klasse für. 
Zahnriemen drauf und dann auf die 105 Hz einstellen. Bevor die Frage aufkommt, wie ich das gemessen habe, hier die Antwort. Ich habe mein Handy mit der App "Carbon Drive" von Gates genutzt, die ist für Android und auch Apple verfügbar. (Vernünftige Apps dafür sind echt schwer zu finden habe ich festgestellt). 

Mit der App habe ich dann die Riemen eingestellt, den Motor mehrere Umdrehungen per Hand durchgedreht und nochmal nachgemessen, habe reproduzierbar am stehenden Zylinder 105 Hz eingestellt bekommen und am liegenden 106 Hz. 
Ich muss aber echt sagen, dass die Spanner echt sehr viel Feingefühl fordern.... 

Habe im Anschluss dann wieder alles zusammengebaut und sie versucht zu starten, hat nach ein paar Anläufen auch alles super geklappt. In diesem Moment war ich einfach nur noch Glücklich dass sie wieder läuft. Meine größte Angst war, dass irgendwas beim Starten schief geht... 

Bedeutet die Tage komplett wieder zusammen bauen und dann kann auch für mich die Saison mal starten. 

Bilder folgen!

 

++


  • 3 Jahre später...
Geschrieben (bearbeitet)

Servus,
ich klinke mich hier mal ein, da ich im Winter ebenfalls den Ventilservice an meiner 848 Evo Corse selber mache möchte.
Auf der Suche nach den Einstellwerten bin ich auf diesen hilfreichen Beitrag gestoßen.
Ich habe eine Frage zu den Werten, bzw. möchte ich mich vergewissern, ob ich diese richtig verstehe.

 

Die unterstrichenen Werte, sind jene Werte, die man beim Einstellen erreichen sollte?

Während die fett markierten Werte, die Werte sind welche bei einer Messung noch als akzeptabel betrachtet werden? Die Toleranz wäre ja hier ziemlich groß in meinen Augen.

 

Einlass Öffner:        0,13mm - 0,18mm                   -> 0,10mm - 0,25mm 

Einlass Schließer:   0,05mm - 0,10mm                   -> 0,05mm - 0,25mm

Auslass Öffner:       0,13mm - 0,18mm                   -> 0,10mm - 0,25mm

Auslass Schließer:  0,05mm - 0,10mm                  -> 0,05mm - 0,25mm

Deine Ventile am liegenden Zylinder zumindest (@Skrillex1327) wären somit noch in Ordnung gewesen?
Weiß jemand, ob die Werte für die 848 Evo gleich sind?

 

Bearbeitet von Testastretta Evoluzione
++


Geschrieben

@Testastretta Evoluzione also bzgl. deiner Frage habe ich hier gefunden, dass die Toleranzen wohl gleich sein sollten. 

Ich habe den folgenden Wert versucht zu erreichen, also die Einbautoleranzen ab Werk. 

Einlass Öffner:        0,13mm - 0,18mm                  

Einlass Schließer:   0,05mm - 0,10mm 

 

Habe beide Zylinder so eingestellt, dass die Einlassventile am oberen Ende des Toleranzfensters sind und die Auslassventile am unteren Ende.

Ja man hätte die ventile im liegenden Zylinder nicht anpassen müssen, aber ich müsste nachschauen, ob ich tatsächlich was geändert habe.

Zudem habe ich die Halbringe von MBP eingebaut, sind aber nur nice-to-have. 

++


  • 8 Monate später...
Geschrieben

Hallo zusammen,

verzeiht mir die Frage aber was genau ist denn nun eigentlich der Unterschied zwischen den sog. Betriebswerten und den Kontrollwerten? Sind die Betriebswerte das Optimum und die Kontrollwerte quasi der noch zulässige Bereich in dem sich die Messwerte befinden dürfen? 
 

Ich habe jetzt mal bei mir gemessen und die Werte sind teils außerhalb der Betriebswerte aber noch innerhalb der Kontrollwerte. Sollte ich da jetzt trotzdem nachstellen oder kann ich das auch erstmal auf den Winter verschieben. Bin jetzt (leider) kein Vielfahrer. Wenn ich auf 2.000 km im Jahr komme, ist das viel. 

++


Geschrieben

Die Betriebswerte sind die Werte, die beim Verbau im Werk oder bei Revision angestrebt werden. 
Die Kontrollwerte sind das, was erlaubt ist, wenn du sie zu Ducati zum Service bringst. 

Grundsätzlich ist alles gut, wenn sie die Werte noch innerhalb der Kontrollwerte befinden.Solange sie noch nicht gegen Ende der Skala der Kontrollwerte sind. 

Wenn du nicht so viel fährst würde ich das auf den Winter verschieben und es in Ruhe machen, wenn es noch alles innerhalb des Kontrollwertes ist. So dolle sollten sich die Werte aber innerhalb von 2k km nicht verändern.

++


Geschrieben

Danke für deine Antwort! Eine Sache ist für mich noch etwas unklar. Du schreibst Du hast versucht jeweils bei der Einlassseite, das obere Toleranzende der Werkseinstellungen und bei der Auslassseite, das untere Toleranzende einzustellen.

 

Mir ist nicht ganz klar in welchem Zusammenhang dabei die Einlass- und Auslassseite einen Einfluss haben.

 

Ich sehe in meinen Messwerten, das die Abstandswerte der Öffnerschlepphebel tendenziell zur unteren Toleranzgrenze und die der Schließerkipphebel zur oberen Toleranzgrenze neigen. Ich kenne jetzt leider die Mess- bzw. Einstellwerte, die beim letzten Desmoseservice vorlagen, nicht. Habe eine gebrauchte gekauft und das ist das erste Mal das ich selber messe.

 

Jedenfalls würde ich prinzipiell ableiten, das die Abstandswerte für die Öffnerschlepphebel mit der Zeit kleiner und die der Schließerkipphebel größer werden - unabhängig von Einlass- oder Auslassseite. Oder fehlt mir da ein Aspekt, bei meinem Gedanken?

 

Hier gibt es übrigens eine tolle 3D-Animation zur Desmodromik. Da kann man ganz gut sehen an welchen Stellen der Verschleiß einsetzt. Das würde eigentlich auch zu meiner Annahme passen - wenn ich keinen Denkfehler habe.


 

IMG_1018.jpeg

++


Geschrieben (bearbeitet)
vor 8 Stunden schrieb shooshine:

...

Ich sehe in meinen Messwerten, das die Abstandswerte der Öffnerschlepphebel tendenziell zur unteren Toleranzgrenze und die der Schließerkipphebel zur oberen Toleranzgrenze neigen. Ich kenne jetzt leider die Mess- bzw. Einstellwerte, die beim letzten Desmoseservice vorlagen, nicht. Habe eine gebrauchte gekauft und das ist das erste Mal das ich selber messe.

 

Jedenfalls würde ich prinzipiell ableiten, das die Abstandswerte für die Öffnerschlepphebel mit der Zeit kleiner und die der Schließerkipphebel größer werden - unabhängig von Einlass- oder Auslassseite. Oder fehlt mir da ein Aspekt, bei meinem Gedanken?

...

Das ist grundsätzlich korrekt. Durch Verschleiß (der hauptsächlich an der Kontaktfläche Ventil/Sitzring stattfindet) verringert sich das Öffnerspiel und das Schließerspiel vergrößert sich. Verschleiß an anderen Stellen (also an den Shims, den Halbringen oder den Kipphebeln bzw. deren Lagerungen) vergrößert das Spiel sowohl bei Öffnern als auch bei Schließern.

Ich habe dementsprechend beobachtet, das sich vor allem das Schließerspiel mit der Zeit vergrößert und das Öffnerspiel vor allem an den Auslassventilen gern geringer wird sich aber weniger stark ändert als das Schließerspiel.

Kritisch wird es wenn das Öffnerspiel zu gering wird weil dann die Gefahr besteht dass das betroffene Ventil verbrennt (weil es nicht mehr richtig schließt) oder wenn das Schließerspiel zu groß wird weil dann die Halbringe zu viel arbeiten können und evtl. brechen oder im schlimmsten Fall aus den Shim springen könnten was einen kapitalen Motorschaden verursachen würde. Solange Du aber innerhalb der Kontrollwerte bist sollte alles safe sein.

 

Während die Öffner recht gut und eindeutig einzustellen sind (altes Shim messen, passendes neues Shim raussuchen, auch messen, einbauen passt, jedenfalls meistens) sind die Schließer echt fummelig weil sich die Teile (Ventil, Shim und Halbringe) aufeinander eingelaufen haben. Wenn Du jetzt z. B. einen oder beide Halbringe umgedreht wieder einbaust misst Du gleich ein um mehrere Hundertstel anderes Spiel... Aber das wirst Du dann ja auch merken. Grundregel auf jeden Fall: das was da auf dem Shim als Nennwert aufgelasert ist ist gut, Nachmessen mit der Mikrometerschraube plus Messdorn ist besser.

 

Und: sobald auch nur ein Shim getauscht werden muss, müssen an dem betroffenen Kopf zwingend die Nockenwellen ausgebaut werden.

 

Kai

Bearbeitet von lunschi
++


Geschrieben

Ich kann nur empfehlen sich dafür ausreichend Zeit zu nehmen und mehrfach zu kontrollieren und sich alles aufzuschreiben. 

So kann man prüfen ob sich Dinge verändert haben. 

++


  • 2 Wochen später...
Geschrieben

Hab jetzt die Öffner-Shims beim liegenden Zylinder doch gleich getauscht. Die Messwerte waren an der unteren Toleranzgrenze und ich dachte mir, wenn ich es jetzt einmal alles offen habe… Nun sind die Spaltmaße wieder innerhalb der Werkseinstellungen und ich habe ein gutes Gefühl. 
 

Ich hatte jedenfalls viel Spaß bei der ganzen Fummelei. Bei mir hat der Vorbesitzer oder Schrauber (keine Ahnung wer), die Zylinderkopfdichtungen mit schwarzen Silikon eingeklebt. Laut Werkstatthandbuch kommen ja in die Ecken vom Deckel Threebond-Kleckse rein. Bei mir war die komplette Nut von vorne bis hinten vollgekleistert. Als hätte das nicht gereicht, waren auch noch die Lagerbuchsen auf der Unterseite der Dichtung komplett eingeschmiert - bei beiden Zylindern. Ich hatte viel „Freude“! Ich glaube das hat sich jemand gedacht: Nach mir die Sintflut. 🤡

++


Geschrieben

Wo bezieht ihr Eure Shims? Wäre schon Luxus so einen Satz auf der Seite liegen zu haben um sich dann den passenden aussuchen zu können. 

++




Geschrieben
vor 17 Stunden schrieb nilo:

Wo bezieht ihr Eure Shims? Wäre schon Luxus so einen Satz auf der Seite liegen zu haben um sich dann den passenden aussuchen zu können. 

Du weißt ja nicht welche Du als nächstes brauchst von daher ist das eher sinnfrei. Die Öffner kann man in aller Regel durch Abschleifen von wenigen Hundersteln wieder in die Toleranz bringen, Schließershims braucht man ohnehin dann neu weil sie ja meist dicker werden müssen. Bei mir wird normal alle zwei Jahre ein Desmoservice fällig. Den mache ich im Winter dann habe ich Zeit die passenden Shims zu beschaffen. Kann ja auch passieren das man mehrere einer Stärke braucht. Und sich gleich mehrere Sätze aller Größen hinzulegen ist wirklich sinnlos und auch richtig teuer.

 

Kai

++




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